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Dem Spediteur ist nichts zu schwör I

.. oder etwa doch??

Also manchmal frage ich mich, warum ich mir das Arbeiten in der Spedition immer noch antue (und das schon zu Beginn meines Berufslebens..). Manchmal glaubt man echt, das gibt es gar nicht. Aber ich denke, diese Probleme gibts überall.

Aber um meine neu eingerichtete Kategorie des Logblogs weiter zu füllen, will ich doch ab und an mal ein paar Schoten zum Besten geben. Ist vielleicht auch für andere ganz amüsant…

Zunächst musste ich mir heute ernsthaft die Frage stellen, ob Frauen im Führerhaus am Steuer wirklich richtig aufgehoben sind. Ich muss sagen, wir haben selbst unter unseren hauseigenen Fahrern grad mal eine FahrerIN, im Fernverkehr hab ich vielleicht eine Hand voll Fahrerinnen gesehen – während meiner ganzen Berufszeit. Aber vielleicht liegt es wirklich an der Länge der Fahrzeuge (genau, auf die Länge kommt es an ;) )) Naja, warum ausgerechnet diese Fahrerin, von der ich hier erzählen möchte, LKWs fährt, weiß ich nicht…

Hatte gestern eine Direktladung in Wuppertal abzuholen. Es gab von Anfang an Probleme und ein Hin- und Herladen der Ware auf dem Firmengelände, aber dann hieß es endlich, der LKW würde am nächsten Morgen  (also heute) zu Arbeitsbeginn im Werk stehen. Um halb zehn ruf ich an, nix.  Ich die Kollegen angerufen, prüfen… Stunde später hatte ich den Kunden am Telefon: Wir hatten grad die Polizei hier!! Bitte waaas?? Ja, den LKW den sie uns geschickt haben, den fährt eine Frau und die kann den nicht fahren. Man muss dazu sagen, das Teil ist 13,6m plus Führerhaus und die Hofeinfahrt vergleichsweise eng. Aber wenn man fahren kann ist das kein Problem. Tja, nun musste die Polizei die Straße in beide Richtungen für 20min abriegeln, damit die Frau einparken konnte!! Die Polizei war richtig grummelig, das gab’s wohl schon länger nicht. Ich fand’s einfach nur amüsant, neuste Schlagzeile: Einparkhilfe Polizei: wir riegeln jede Parklücke großzügig ab damit sie einparken können!

Ich bin selbst eigentlich eine gute Autofahrerin und einparken kann ich auch, aber bei dieser Frau muss ich leider mal sagen, dass manche Frauen das Einparken wirklich nicht beherrschen … Vielleicht sollte sie den Beruf wechseln. Obwohl, wer weiß ob das nicht schon längst der Fall ist… Schließlich hat sie  weit über die festgelegte Zeit hinaus ihre Pause gemacht ….

Und dann hatte ich noch ein Gespräch in der Mittagspause, wo ich im Nachhinein erfahren habe, dass dieser Kunde schon jeden an unserem Tisch (wir sind zu dritt) länger beschäftigt hat.

Telefon klingelt, unser Kundencenter

KC: Hab hier einen Kunden für Euch, hab den kaum verstanden, aber ich glaube, es geht um Rumänien

Ich: Ok, ich schau mal, stell ihn durch

Kunde: Guten Tag, Ihr Auto steht hier und hat nur so einen komischen Zettel dabei

(keine Meldung, welche Firma, wie er heißt…)

Ich: Mit welcher Firma spreche ich denn überhaupt?

Kunde: XYZ.  Ihr Auto ist jetzt hier, hat aber nur so einen Abholauftrag dabei

(zufällig hatte ich gestern mitbekommen, dass der Kunde schon mal angerufen hatte und wusste grob, worum es ging)

Ich: Das ist bei uns so üblich, mehr bekommen die Fahrer in der Regel nicht

(Stimmt auch, die Abholer haben sie nur dabei, wenn die Kunden vor Fahrtantritt anmelden, sonst hat er vllt. grad mal einen Schmierzettel mit den Daten, die die Disponenten durchgeben)

Kunde: Aber er braucht bei uns eine Vollmacht, ohne die bekommt er die Ware nicht

Ich: Vollmacht? Das ist aber völlig unüblich, wir haben das bisher immer so gehandhabt und hatten nie Probleme

Kunde: Ja, aber sie brauchen einen Auftrag vom Kunden dass sie die Ware übernehmen dürfen und er die Fracht zahlt

Ich: So wie das für mich hier aussieht, haben Sie die Sendung doch selbst angemeldet, woher soll ich denn die Vollmacht kriegen. Wenn ihr Kunde die Fracht bezahlt muss er sich an die Kollegen in Bukarest wenden, die sagen uns Bescheid, dass wir was bei Ihnen abholen sollen, wir klären die Daten ab und holen dann bei Ihnen ab. Anders geht das nicht. Aber das kann ich so schnell nicht klären, geben Sie mir doch bitte die Kontaktdaten vom Empfänger, wir klären das und ziehen den LKW wieder ab

Kunde: Nein nein, ich glaube, Sie verstehen das nicht richtig. Der Kunde hat sich schon an Sie gewandt, wir haben die Sendung nicht angemeldet. Der Kunde zahlt die Fracht, wir wollen keine Rechnung haben. Aber hier auf dem Abholer …

(es folgte eine genaue Studie unseres Abholerauftrags inklusive der Daten, die ihn gar nicht betrafen weil sie von der Dispo eingegeben werden. Mein Kollege hatte das Gespräch mitverfolgt und grinste die ganze Zeit. ER hatte gestern schon die Ehre… Er legte mir einen Zettel rüber, dass der Kunde doch nur die Bestätigung wolle, dass der Rumäne die Fracht bezahlt.. Das hatte ich dem Kunden da schon 3x erzählt, dass das kein Problem ist. Später erzählte er, dass der Rumäne die Sendung wirklich angemeldet hatte. Allerdings telefonisch vom Handy aus während er bei genanntem Kunden saß!! Deswegen hatte ich dazu nicht Schriftliches)

Ich: Wir rechnen mit dem Rumänen ab, Sie bekommen keine Rechnung und alles ist ok. Ich möchte jetzt eigentlich nur wissen, ob Sie unserem Wagen die Sendung mitgeben oder ob wir ihn abziehen sollen.

Kunde: Ja, nein, Moment. Könnten Sie das mit der Abrechnunge unserer Sekretärin noch mal erzählen?

Ich: Ja klar

(Kunde stellt mich durch)

Ich: Wo liegt denn jetzt genau das Problem, wir rechnen an den Rumänen ab, Sie brauchen uns nur die Sendung zu geben

Sekretär: Mmh, da liegt wohl ein Mißverständnis vor. Wir brauchen eine Bestätigung vom Empfänger, dass der die Frachtkosten bezahlt. Diese Bestätigung oder Vollmacht können Sie uns aber gar nicht besorgen, das müssen wir hier intern machen. Aber schau mal, ob ich da jemanden erreiche, dann ist das eine Sache von 2 Minuten …

Ich:  Ok, verstehe, bei Ihrem Kollegen klang das gerade ganz anders. Vielen Dank

(Ehrlich gesagt fühlte ich mich ziemlich ver…. Da diskutiert man fast 15 min im Kreis für ein Mißverständnis innerhalb des Kunden?? Vor allem, ich war ja schon das 3. Gespräch dieser Art in unserer Abteilung.  Ich meine gut, wir vermuten, es war sein erster Transport und er wusste nicht, was auf ihn zukommt. Aber DAS war nun für mich nun wirklich kein Anfängerfehler sondern pures Mißverstehen der internen Strukturen. Das hat mich ganz schön geärgert, zumal es mich um eine ruhige Mittagspause gebracht hat…)

Aber immerhin haben wir die Sendung dann doch noch bekommen und konnten sie heute sogar noch verladen.

… die Tage folgen sicher noch mehr solcher Gespräche …

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2 Kommentare

  1. Das finde ich ja coooool, das die Polizei eine Straße abriegelt, damit frau einparken kann. Könnte ich manchmal auch gebrauchen :-)

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